Konzept für Sportförderunterricht der
Erich Kästner
Schule
1.Warum Sportförderunterricht an der EKS?
An der Erich Kästner Schule werden zur Zeit ca. 130 Schülerinnen und Schüler beschult, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich Lernen besteht. Aufgrund der sich im Allgemeinen erheblich verschlechternden Entwicklungsbedingungen (Sinnliche Erfahrungen und Wahrnehmungen werden immer mehr eingeschränkt, Bewegungs- und Körpererfahrungen sind häufig auf ein Minimum reduziert, Bewegungsmangel) haben auch viele unserer Schülerinnen und Schüler im motorischen Bereich einen erheblichen Förderbedarf. Vor allem im Altersbereich der Grund- und der Mittelstufe erkennen wir Sportlehrer immer häufiger motorische Mängel, die durch 2 Stunden Sportunterricht in der Woche nicht ausgeglichen werden können. Häufig beobachten wir Koordinationsstörungen, Herz-Kreislauf- und Haltungsschwächen. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich in einer Art Teufelkreis, weil ihre motorischen Schwierigkeiten auch ihre psychische Befindlichkeit beeinflussen, Bewegungshemmungen, Angst und Unsicherheit auslösen sowie mangelndes Selbstvertrauen und abweichendes Sozialverhalten bewirken können. Deshalb erachten wir es als äußerst notwendig dieser Entwicklung mit Hilfe des vorliegenden „Förderkonzeptes Sportförderunterricht“ zu begegnen.
2. Welche Ziele wollen wir mit dem Sportförderunterricht
erreichen?
Der Sportförderunterricht soll einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Gesundheitserziehung in unserer Schule leisten. Seine Lernziele sind:
- Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands,
- Vermittlung von Freude und Interesse an der Bewegung, an Sport und Spiel unter Einbeziehung von Freizeitsportarten, ausgerichtet an den Bedürfnissen und Interessen unserer Schüler,
- Vermittlung von Erfolgserlebnissen, die das
Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen steigern und
Hemmungen und
Zurückhaltung im Sportunterricht abbauen,
- Verbesserung der optischen, akustischen, kinästhetischen und taktilen Wahrnehmungsfähigkeit,
- Erweiterung des Bewegungsschatzes und der
Bewegungserfahrung, Entwicklung von sportmotorischen
Fähigkeiten und
Fertigkeiten, damit die Schülerinnen und Schüler an das Leistungsniveau ihrer
Jahrgangsstufe herangeführt werden können,
- Vermittlung von Qualifikationen im sozial-emotionalen Bereich (Beseitigung sozialer Randständigkeit, Verbesserung der Interaktionsfähigkeit),
- Motivation für den Schulsport und zur sportlichen Betätigung auch nach der Schule,
- richtige Auswahl ausgleichender Übungen hinsichtlich der individuellen Ausprägung der festgestellten Haltungs-, Organleistungs-, Koordinations und Konditionsschwächen sowie der Bewegungshemmungen,
- Aufklärung über die Folgen von Haltungs-, Herz-Kreislauf- und Koordinationsschwächen.
3.Inhalte des Sportförderunterrichtes an der EKS
Im Sportförderunterricht geht es um ein ganzheitliches, lebendiges Bewegen und nicht ausschließlich um Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Muskulatur und zur Verbesserung ihrer Funktionsfähigkeit. Folgende Inhalte sollen thematisiert werden:
- Spielen (Kleine Spiele als Grundlage der Entwicklung der motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie zur Verbesserung im sozial-emotionalen Bereich)
- Klettern (Allgemeine Muskelkräftigung, Abbau von Ängsten, Stärkung Selbstvertrauen)
- Umgang mit Bällen, Verbesserung der Wurftechniken durch spielerisches ganzheitliches Lernen
- Balancieren (Verbesserung Gleichgewichtsfähigkeit, Koordinationsschulung)
- „New Games“ Gruppenspiele/Kooperative Spiele ohne Sieger/Verlierer bei denen alle Gruppenmitglieder zum Gelingen einer Aufgabe beitragen müssen)
- Wahrnehmungsförderung
- Bewegungsaufgaben zur Förderung des motorischen Könnens, aber auch zur Stärkung des Selbstwert- und Gruppengefühls
- Formen zur Verbesserung der Ausdauer-, Muskelleistungs- und Koordinationsfähigkeit